Soziales Web 2.0 (Web 2.0 Beratung & Web 2.0 Entwicklung)?
Das Mitmach-Web (Web 2.0) gewinnt für Unternehmen besonders im Bereich des
Reputation-Management sehr schnell an Bedeutung. Der Aufbau eigener Web 2.0 Portale
liefert dabei langfristig den idealen Marketing-Effekt, bedarf aber der richtigen
Sozialtechnologie, damit genug Nutzer sich wirklich beteiligen.
An was denken Sie beim Wort "sozial"? An Karl Marx? Oder an Kontakte und Austausch?
Anscheinend geht es beim sozialen Web 2.0 um beides! Jeder Nutzer kann mitmachen
und sich mit anderen Nutzern austauschen. Wer macht dann die Regeln?
Die Nutzer bestimmen selbst ganz demokratisch die Regeln!
Dies ist aber ein Ettikettenschwindel! Denn letztlich hat der Plattformbetreiber
ganz alleine die Macht und bestimmt die Regeln. Niemand sonst. Dies kann natürlich
auch bedeuten, gewisse Regeln von den Benutzern erstellen und ändern zu lassen.
Aber dies können die Plattform-Besitzer auch jederzeit einschränken.
Warum kann es aus Sicht eines Plattform-Besitzer überhaupt Sinn machen, die Entscheidungsgewalt
an die Benutzer abzugeben? Die Hauptgründe sind sicherlich, daß Web 2.0 momentan
sehr populär ist und dadurch viele Benutzer angezogen werden. Ein anderer wichtiger
Grund liegt sicher im Web 2.0 Prinzip AAL: Andere Arbeiten Lassen.
"Andere Arbeiten Lassen" bedeutet, daß die Inhalte, welche den Benutzer auf eine
Webseite ziehen sollen, von anderen Benutzern erstellt werden. Natürlich geschieht
dies in unterschiedlichem Ausmaß. Ein anderes Web 2.0 Prinzip besagt, daß nur 1%
der Nutzer sich aktiv, z.B. durch Schreiben von Inhalten beteiligen. Der Rest liest
nur passiv mit.
Von den Vertretern von sozialen Web 2.0-Seiten wird behauptet, daß diese weder inhaltlich
schlechter noch unkontrollierbar sind, daß die soziale Gemeinschaft intern ebenso
für Qualität und Kontrolle sorgen kann. Die klaren Ja- oder Nein-Antworten, die
Sie hierbei so oft hören, sind glücklicherweise Unsinn. Letztlich handelt es sich
um soziale Situationen (Gruppensituationen), welche von der Sozialpsychologie und
der Soziologie hinreichend untersucht sind.
Die Anwendung sozialer Gesetzmäßigkeiten (Theorien und Modelle)
zum Entwurf von sozialen Web 2.0-Seiten (Web 2.0 Entwicklung) findet
jedoch in der Regel nicht statt. Stattdessen verläßt man sich auf irgendwelche "heißen"
Ideen oder übergibt die Sache den AJAX-Programmiern, die durch Mash-Ups und Tag-Clouds
mit Ruby-on-Rails als Programmiersprache schnell eine neue Seite aufsetzen. Ganz
so einfach ist es natürlich nicht, denn auch Web 2.0 Seiten brauchen
Internet Marketing. Auch im sozialen Web fängt eine Webseite nicht von alleine
an zu laufen.
Wenn Sie als Unternehmer eine Web 2.0 Plattform gründen wollen, machen Sie dies
aufgrund Ihrer unternehmerischen Ziele. Potentielle User interessieren Ihre Ziele
in der Regel nicht. Normalerweise sind die Ziele der Plattformbetreiber und der
Benutzer verschiedene. Das bedeutet, Sie können nur Erfolg haben, wenn Sie
es schaffen Ihre Ziele in die Ziele Ihrer Nutzer zu transformieren. Hierzu
ist regelmäßig eine professionelle Web 2.0 Beratung sinnvoll.
Wie funktionieren denn die großen Web 2.0-Plattformen bisher? Im Moment versuchen
alle Größe zu erreichen. Aber das hat schon in der 1. Phase des Web um 2000 nicht
funktioniert und es wird auch in der Web 2.0 Phase nur für wenige funktionieren.
Für den Rest wird das soziale Web 2.0 nur ein Traum bleiben. Es fehlt einfach die
überlegene Strategie. Der
Versuch Wachstum über das Web 2.0-Prinzip zu generieren kann nur
funktionieren, wenn ein Mehrwert im Vergleich zu (potentiellen) Konkurrenzangeboten
besteht. Diesen Mehrwert erreicht man nur durch das intelligentere, soziale
Design unter der Berücksichtigung von sozialen Gesetzen (social engineering).
Vielleicht fragen Sie sich, was konkret hinter Begriffen wie social engineering
oder auf deutsch: Sozialtechnologie steht? Wissen Sie, welchen
Tätigkeiten ein Ingenieur nachgeht? Ja, ein Ingenieur plant, konstrukiert und überwacht
die Erstellung komplexer Gebäude oder Maschinen. Die Tätigkeit eines Sozialtechnologen
ist mit einer Ingenieurstätigkeit identisch. Der Unterschied besteht lediglich darin,
daß Ingenieure mit Theorien aus Physik, Chemie und Biologie arbeiten. Ein Sozialtechnologe
hingegen arbeitet mit Theorien aus der Psychologie und der Soziologie, um verhaltenssteuernd
auf Menschen einzuwirken.
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