Ich brauche keine Strategie, ich brauche Umsatz!
Geschichte aus dem Leben eines Unternehmers.
Vorspann: Unternehmer in der Falle
Unser Protagonist – Unternehmer Fleiß* – glaubt kaum dem letzten Google-Scheck.
Auf dem steht schwarz auf weiß: 32,25 Euro. Die letzten zwei Wochen rief kein ernsthafter
Interessent bei ihm an. Ms Stylie meldet sich auch nicht. Das einzige, was ständig
zu steigen scheint, ist die Zahl der Werbemails.
Dabei hatte alles so gut angefangen ...
Ab ins Internet!
Von der Begeisterungswelle getragen, weiß Unternehmer Fleiß, dass er es packt. Sein
Seminarunterlagen-Verlag wird durch das Internet ein deutliches Plus erwirtschaften.
Geschäftskontakte aufzubauen und zu pflegen ist
seine Leidenschaft schlechthin. Und das Internet ist die Anlaufstelle für Geschäftskontakte,
Millionen Geschäftskontakte ... auch sein etwas skeptischer Bekannter Herr MöchtegernUnternehmer
kann ihm die gute Laune nicht vermiesen: “Also ich weiß ja nicht, ob das klappt.
Du hast keinen bloßen Schimmer von der Technik.”
“Brauche ich nicht. Dafür gibt es Spezialisten. Die machen das alles für dich startklar.”
- Unternehmer Fleiß freut sich auf die zukünftigen Einkünfte und packt die Sache
gleich an:
Die Webseite sieht gut aus! Ms Stylie auch!
Die Agentur Wir-Machen-Deine-Webseite-Geil hatte Unternehmer Fleiß auf Empfehlung
eines guten Freundes, der auch ein Unternehmen führt, angesprochen. Von ihm hatte
Fleiß schon oft gute Tipps erhalten.
Die Agentur hatte Unternehmer Fleiß gleich von der Notwendigkeit überzeugen können,
eine dynamische Webseite für
sein Geschäft aufzusetzen: “Heutzutage geht es nur so!!” - behauptete Projektleiter
Nase-Hoch, während von den Runzeln seiner Stirn zu lesen war: “Und nur Menschen
von gestern können das nicht schnell begreifen.” Unternehmer Fleiß stimmte gleich
dem Premium-Paket zu.
Am meisten gefällt ihm die fett gedruckte Begrüßung “Willkommen bei Fleiß und Partner”.
Die Bilder sind auch nicht schlecht. Nur bisschen langsam ist das Ganze beim Hochladen
der Webseite.
“Muss das sein?” - fragt Unternehmer Fleiß beim Projektleiter Nase-Hoch vorsichtig
nach.
“Was wollen Sie denn eigentlich? Dass Ihre Webseite gut aussieht und den Besuchern
gut gefällt? Dann brauchen Sie ein schönes Layout. Sie brauchen Bilder, die umwerfen
...” Eine Frauenstimme kommt dazwischen:
“Entschuldigen Sie, ich habe bereits die neuen Logo-Entwürfe für Sie.”
“Ms Stylie - perfekt!! Sie sind ein Engel - und wie gut sie heute wieder aussehen.”
- Projektleiter Nase-Hoch mustert eine recht hübsche Frauenfigur und die hingereichten
Unterlagen zugleich. - “Und Ihre Webseite muss auch so gut aussehen. Dann weiß jeder,
Sie sind einfach gut!”
“Oh ja.” - Unternehmer Fleiß schaut Ms Stylie nach, die inzwischen zum nächsten
Computerplatz hingeschwommen ist.
“Dann haben wir schon alle Fragen geklärt. Sie entschuldigen, ich habe jetzt noch
eine SharePoint-Präsentation zu halten.”
- Projektleiter Nase-Hoch fängt schon an loszurennen, bevor Fleiß mit einem leisen
„Ja klar, natürlich“ antwortet. „Aber gab es nicht noch Fragen? Warum ist der denn
jetzt so schnell weggerannt? Und vor allem: warum war diese Ms Stylie denn sogar
noch schneller wieder weg?“, fragt sich Fleiß und erklärt sich sofort: „Nagut, die
haben bestimmt viele Aufträge, das Telefon klingelt die ganze Zeit. Dann werden
die ihr Handwerk wohl schon verstehen.“
Geld mit Suchmaschinenwerbung verbrannt!
Es vergehen kaum fünf Wochen und die Webseite ist fertig – ein Blick darauf: Ja
sie sieht gut aus. Immer noch mit dem Bild der attraktiven Frauenfigur im Hinterkopf
fährt er sofort zur Agentur – und dort? Leider wird Fleiß nicht von Stylie, sondern
von Projektleiter Hochnase empfangen, der ihm im Rahmen einer kostenpflichtigen
Webmarketing-Beratung, die im Premiumpaket enthalten ist, verkündet:
“Wissen Sie, jetzt sollten wir die
Anzeigen schalten, um Ihrer Seite Publik zu machen.”
“Und was würde es kosten?” - Unternehmer Fleiß erkennt blitzschnell, dass weitere
Investitionen ihm noch bevorstehen.
“Das kann man pauschal nicht beantworten. Es kommt drauf an, unter welchen
Keywords Sie gefunden werden wollen. Wir übernehmen gerne eine Keywordsrecherche
für Sie und erstellen die optimalste Keywordsauswahl. Wie viel Sie dann in die Anzeigen
investieren wollen, entscheiden Sie natürlich selbst. Ich meinerseits würde Ihnen
aber empfehlen, bei dem Marketing nicht zu geizen. Ist ein gewaltiger Fehler.”
“Natürlich schalten wir die Anzeigen.” - stimmt Unternehmer Fleiß sofort zu. Immerhin
kommt ihm die Anzeigen-Aktion vertraut vor und macht die Regeln im Internetgeschäft
etwas überschaubarer.
“Sehr gut. Sie wissen ganz genau, was Sie wollen und deswegen werden Sie erfolgreich
sein. Am besten füllen Sie gleich dieses Formular aus, wo Sie die aus Ihrer Sicht
attraktivsten Leistungen benennen. Danach fangen wir gleich mit der Recherche an.”
Die Erstellung einer Keywordsauswahl rundete den fünfstelligen Rechnungsbetrag ab,
den Unternehmer Fleiß mit Verständnis entgegennimmt – genauso wie die Klickanzeigeninvestition.
Projektleiter Nase zeigt ihm stolz die ganz großen Webseiten, auf denen die Anzeigen
präsentiert werden. Als aber Unternehmer Fleiß seine Anzeigen neben denen des ihm
nicht ganz beliebten Unternehmers RipRip (ebenfalls ein Seminarunterlagenverleger)
entdeckt, kommt er völlig aus dem Konzept:
“Das ist doch eine Unverschämtheit! Der verkauft doch die gleichen Sachen wie ich.
Die Preise, die hier bei ihm stehen, die stimmen nicht. Der will den Kunden etwas
vorgaukeln.” - ruft er mit wutentbranntem Kopf aus.
“Es ist Ihnen doch klar, dass Sie nicht der einzige Seminarunterlagenverleger sind
und nicht der Einzige, der sein Geschäft mit dem Internet machen will. Wenn die
Interessenten aber auf Ihre Webseite gehen, sehen sie sofort, dass Sie ein Topangebot
haben und unschlagbar sind.”
“Wenn meine Interessenten überhaupt auf meiner Webseite landen!” - unterbricht der
aufgebrachte Fleiß den Projektleiter.
“Wir haben die Keywords angegeben, die Sie sich gewünscht haben und ich bin sicher,
dass Sie auch die richtigen ausgewählt haben. Jetzt müssen wir nur abwarten und
schon bald klingelt das Telefon bei Ihnen. Apropos, Sie entschuldigen, ich habe
gerade eine SMS von einem anderen Kunden erhalten. Wir machen dann in drei Wochen
noch ein letztes Bugfixing. Inzwischen können Sie gerne Ms Stylie kontaktieren,
wenn Sie Fragen hätten.” Der Projektleiter ist wieder schnell weg.
Na immerhin erhält Fleiß grünes Licht für einen unauffälligen Anruf bei der gestylten
Dame seines Herzens, aber langsam kommt Unternehmer Fleiß der Verdacht auf, dass
sich diese ganze Klickanzeigen-Aktion als Fehler entpuppen könnte.
Architekt tritt auf den Plan.
Unternehmer Fleiß nippt gerade an dem dritten Weizenbier und kritzelt auf seinen
Geschäftspapieren rum, da hört er:
“Ist der noch frei?” - Ein schlanker Mann hüpft bereits auf den Platz nebenan.
“Wenn Sie meinen, dass er frei ist.” - Dem Fleiß ist schon alles ziemlich egal.
“Und was meinen Sie?” - „Das sieht nicht gut aus. Diese Webseite...“ antwortet Fleiß,
immer noch über seine Papiere gebeugt. Der Unbekannte beugt sich unerwartet hinüber
und flüstert Unternehmer Fleiß ins Ohr:
“Ich weiß um Ihre Webseite. Wie sind Sie auf diese Werbeagentur gekommen? Haben
Sie die übers Internet gefunden?”
“Eh, nee. Die hatte mir ein Anderer empfohlen.”
“Und was macht er jetzt?” - die Stimme des Unbekannten wird fast schrillend.
“Gute Frage! Weiß ich nicht. Der wollte da, na wissen Sie, seine Sachen übers Internet
abverkaufen. Und was machen Sie eigentlich? Woher wissen Sie denn von meiner Seite?
Ach ja, die bringt doch eh nichts! Das Geld ist weg. Die haben mich richtig übers
Ohr gehauen. Werbeanzeigen. Dynamische Webseite. Flash. Alles für die Katz'. Die
Schweine. Und ich zahle weiter noch drauf. Die hosten die Seite für eine nicht üble
Summe.”
“Haben Sie sich nicht eher gefragt, wo Ihre Webseite dann wohnt? Aber es lässt sich
noch was machen, dass es besser bei Ihnen läuft.” - Architekt schaut entspannt vor
sich hin.
“Da brauchen Sie mir jetzt keine Wunder zu versprechen und mir irgendwelche neuen
Sachen anzudrehen. Was wollen Sie denn?” - die letzten Wochen haben den sonst gutmutigen
Unternehmer Fleiß recht misstraurisch gemacht. Architekt bleibt gelassen:
“Was ich will? Sie fangen an, Fragen zu stellen. Das ist gut. Aber sollten Sie sich
nicht zuerst fragen, was Sie selbst wollen?
“Ich will, ich wollte mit meiner Webseite mehr abverkaufen,
neue Geschäftskontakte aufbauen. Da rührt sich nix! Statt dessen brummt mir schon
der Schädel durch die ganzen Rechnungen von der Agentur. Nur neue Kosten und nichts
gewonnen!“
Zielgruppe endlich gefunden.
“Und welches Geschäft haben Sie denn?”
“Ich habe einen Seminarunterlagen-Verlag.” bekundet Unternehmer Fleiß mit voller
Stimme.
“Und was meinen Sie, wohin zieht der Markt?”
“Hinzieht? Sie fragen, was die Leute so gerne kaufen wollen. Ich habe ja ganz verschiedene
Unterlagen, da verkauft sich alles. Aber ganz gut die Sachen für die Computerkurse.
Da habe ich gedacht, man muss hier mehr anpacken.”
“Das machen bereits ganz viele. Was haben Sie sonst anzubieten,
was Ihre Konkurrenz nicht macht? Und kommen Sie nicht mit dem dämlichen 'Billiger
verkaufen' an!” - Architekt droht Unternehmer Fleiß mit dem Finger und bestellt
sich gleichzeitig einen Espresso.
“Nein, billiger als bei dem RipRip geht auch nicht mehr.” - seufzt Unternehmer Fleiß
traurig, aber da fällt ihm doch etwas ein:
“Wissen Sie, ich habe da so eine Idee, dass man die Seminarunterlagen anbietet,
die man sich selber weiter bearbeiten kann: Übungen umstellen, ergänzen und so weiter.
Mit dem Gedruckten geht's nicht so schnell, man schafft nicht mehr als 2 neue Auflagen
pro Jahr. Aber über das Internet ... aber ich habe es ganz vergessen, als wir die
Webseite aufgesetzt haben. Da gab es so viel Kram mit den Fotos und dem Online-Shop
...”
“Fotos! Ja, schöne Fotos haben Sie. Aber vielleicht ist ja auch ganz gut, dass Sie
das damals vergessen haben.” - Architekt wird nachdenklich und seine Augen leuchten
erfreut. Plötzlich springt er auf und bereitet das Losrennen vor:
“Wir treffen uns morgen um acht Uhr in Ihrem Büro. Danke für den Espresso.” - und
ist schon weg.
“Die alle machen mich ganz verrückt mit Ihrem Rennen.” Unternehmer Fleiß sah dem
rennenden Architekten nach. Es kam ihm dabei vor, als ob kleine Funken über dem
Kopf des Renennden aufblitzten.
Ihre Webseite braucht Inhalte!
“Sie sind ja toll! Da muss ich jetzt halt alle die Leute ansprechen und das alles
sagen, was Sie jetzt gemeint haben. So mit dem Kundennutzen, mit den Geschäftszielen
und den abgeleiteten, technischen Zielen.” - Nach 2 Stunden Besprechung mit dem
Architekten ergreift Unternehmer Fleiß der verloren gegangene Enthusiasmus vom Neuen.
“Sagen? Und wie wollen Sie Ihrer Zielgruppe das alles sagen?” - unterbricht ihn
Architekt.
“Ja, wie will ich denn das alles sagen?” - es ist nicht der einfallsreichste Tag
für Unternehmer Fleiß.
“Sie wollten doch über das Internet verkaufen. Sie haben sogar schon eine Webseite
dafür entwickeln lassen.”
Dadurch brauchen sie doch jetzt nicht zu allen Ihren Kunden einzeln hinzurennen,
um Ihnen zu sagen, was sie Neues anbieten. Aber was meinen Sie denn, warum sich
Leute im Internet ihre Seite überhaupt anschauen sollten? Und wie lange bleiben
sie wohl auf der Seite? Lange genug um überhaupt über ihr Angebot nachzudenken?”
Da brauchen Sie nicht so mit den Achseln zu zucken. Suchen Sie! Suchen Sie immer
nach den einfachen Antworten!”
“Naja, wenn die dann die Seite interessant finden, dann lesen sie auch drin.” fiel
Unternehmer Fleiß ein.
“Wenn sie die Inhalte interessant finden, wollten Sie natürlich sagen. Haben Sie
Inhalte?”
“Ja klar, ich habe jede Menge Produktbeschreibungen, Interessantes über den Verlag
...”
“Interessantes für Sie, den Seitenbetreiber oder für die Kunden?”
“Sie meinen den Kundennutzen?”
“Sie sind ja ganz schön vergesslich. Wenigstens aber nicht stur” - Architekt findet
immer einen positiven Aspekt heraus - “Ja, den Kundennutzen, was ist damit?”
“Aber wie bringe ich es rüber? Oder meinen Sie diese reißerischen Werbesprüche?”
“Die sind nicht schlecht. Ein Werbeslogan hätte Ihnen auch nicht geschadet.” Architekt
schreibt sorgfältig auf - “Aber ich meine noch was Spezielleres:
Texte, die Ihre Seitenbesucher auf der Seite verweilen lassen und dann
Interesse an Ihrem Angebot schaffen. Die vielleicht sogar
alle Zweifel auflösen, so dass Sie einen neuen Kunden gewinnen können.”
“Ist ja toll, aber solche Texte
kann ich nicht schreiben. Ich bin nicht einmal sicher, ob ich solche Texte überhaupt
schon einmal gelesen habe. Schreiben Sie solche
Verkaufstexte?”
“Nein, ich entwerfe Strategie-Architekturen. Das ist eine Aufgabe für andere Spezialisten.
Aber Sie haben schon Ihre Idee gesagt. Das ist viel. Sie brauchen jetzt jemand,
der die Schreibarbeit für Sie erledigt. Einen Texter.” - Architekt schaut in seinem
riesigen Notizbuch nach - “Ja, ich habe hier so einen an der Hand. Texter Inhalt.
Mit dem müssen wir ohnehin sprechen, bevor wir mit der Zuführung Ihrer Zielgruppe
über SEO anfangen.”
Führen Sie Ihre Zielgruppe auf Ihre Webseite.
“SEO?” - heute merkt Unternehmer Fleiß einen ordentlichen Wissenzuwachs bei sich
selbst.
“SEO.
Suchmaschinenoptimierung. So dass man Ihre Webseite erstmal findet.”
“Und ist das teuer?”
“Auf Dauer sind die tollen Anzeigen viel teuerer. Das wird nicht ganz billig sein,
weil wir Ihre alten Inhalte überarbeiten und an die Seite anpassen müssen. Ja, wir
müssen ganz viel überarbeiten. Ja, da hatte man Ihnen schön
Frames eingebaut!” Architekt schien immer wieder guten Grund zum Lachen zu
haben.
“Frames?” - die Geschichte mit der Agentur wollte sich nicht verdrängen lassen,
obwohl Unternehmer Fleiß ganz gerne noch mit Ms Stylie telefoniert hätte.
“Ja, für Ihre tollen Bilder, Animationen und
Flash. Damit es schööön aussieht. Aber keiner findet Ihre Seite, weil die
Suchmaschinen die Bilder nicht lesen können. Das sind so kleine Leseratten. Es wäre
nicht verkehrt, die Seite komplett neu aufzusetzen.”
Unternehmer Fleiß scheint den Vorschlag überhört zu haben:
“Deswegen hatte mich keiner angerufen. Aber was ist mit den Anzeigen?”
“Sie haben selbst gesehen, dass es immer mehr Anzeigen gibt. Es kann funktionieren,
aber Sie müssen genau wissen, wen
Sie ansprechen wollen und dass man es später auch auf Ihrer Seite wiederfindet.
Ich empfehle Ihnen erst mal einen anderen Weg: Lassen Sie sich finden! Zuerst muss
man Sie schnell finden können, erst dann Interesse an ihrer Seite entwickeln und
deswegen länger drauf bleiben, um sich Ihr Angebot anzuschauen. Wenn Sie dann noch
genug Gründe nennen, warum man jetzt bei Ihnen bestellen soll, rufen schon viele
bei Ihnen an.”
“Und das reicht schon aus?” - freut sich Unternehmer Fleiß. Zu früh, da Architekt
mit dem Kopf schüttelt:
“Nein, da müssen wir noch mehr machen: manuelle Einträge in die Kataloge,
Backlinks, PR-Artikel, aber zuerst gezielt die Inhalte aufbauen. Viele wollen
den zweiten Schritt machen, sind mit dem ersten Schritt aber noch gar nicht fertig.
„Oh! Das ist aber eine lange Liste von Dingen. Am besten wir starten gleich systematisch
damit!“ entgegnet Fleiß voller Tatendrang, geht und greift schnell zum Telefon um
jemand von der Agentur anzurufen – doch nicht wegen seiner Webseite.
Binden Sie Ihre Zielgruppe.
Texter Inhalt kam sehr gut in den letzten zwei Wochen voran, aber der Architekt
ist immer noch nicht ganz zufrieden:
“Wir haben zu wenig kostenlose Angebote. Nur kleine Leseproben. Mittlerweile bietet
das fast jeder in Ihrer Branche an und Sie wollen sich doch abheben.
“Ich wollte einen Newsletter verschicken.”
“Ja, können Sie auch machen, noch besser wäre ein gratis E-Mail-Training, aber geizen
Sie auch hier nicht mit den Inhalten. Nicht dass sie so aufdringlich sind, wie die
Leute, die einen ständig mit regelmäßigen Newslettern nerven in denen nur plumpe
Werbung enthalten ist. Wissen Sie, im Internet reicht es lange nicht mehr aus, kostenlose Downloads und
interessante Links anzubieten. Wir müssen kostenlos einen sichtbaren Profit für Ihre
Kunden liefern. Sonst sieht man nur einen Spammer in Ihnen. Sie wollten aber Ihre
Seitenbesucher an die Seite binden, dass sie von alleine wieder kommen.”
“Profit kostenlos? Da kann ich gleich alles verschenken und den Laden dicht machen.”
- die Idee kommt Unternehmer Fleiß unbegreiflich vor.
“Ich habe nicht gesagt, dass Sie Ihre Produkte verschenken sollen. Sie sollen kostenlose
Geschmacksproben von Ihren Leistungen anbieten. Ihre Geschmacksproben sollen vor
allem eins: Den Appettit des potentiellen Kunden auf Ihre Leistungen anregen, damit
Sie mehr Verkäufe erzielen und damit mehr Gewinn und nicht weniger erzielen. Da
findet sich sicherlich vieles auch bei Ihren Seminarunterlagen: Für manche wird
das Zeit sparen sein, für andere neues Wissen. Leute, die Seminare durchführen oder
besuchen, lernen meistens gerne immer wieder was Neues.”
“Gut, ich merke mir das, ich glaube, ich habe da schon was im Kopf.”- Unternehmer
Fleiß hat es heute etwas eillig, was dem Architekten nicht entgeht:
„Na sie haben es wohl heute eilig? Dann sollten wir besser alles weitere in Ruhe
bei unserem nächsten Treffen besprechen. Nur soviel: Es ist nützlich für Ihre Kunden,
wenn sie einfach erreichbar sind – per eMail, Kontaktformular, Telefon und am besten
– Sie bieten einen CallBack-Service.“
„Ja, super, dann bis morgen!“ – diesmal rennt Unternehmer Fleiß los – zu seinem
dritten Date mit Ms Stylie.
Konstante Einnahmen.
Langsam kommt der Internetverkauf ins Rollen und es klinget immer öfter beim Verlag
des Unternehmers Fleiß. Dank dem Email-Spam-Schutz
kann Unternehmer Fleiß jeden Morgen seinen Kaffee in Ruhe genießen, ohne über Spamming
zu schimpfen.
Trotzdem bleibt der Architekt nicht ganz zufrieden:
“Wir müssen uns sofort um sichere Zahlungsmethoden kümmern. Sie wollen doch nicht,
dass wegen der Papierarbeit hier ein Stau entsteht!” - ruft er ungeduldig aus, bedient
sich vom Kaffee des Unternehmers und packt weiter aus:
“Gerade jetzt, wo wir Ihr
Seitenranking hochgekriegt haben, müssen wir auf alle Details achten. Wieviele
Referenzen hat man Ihnen ausgestellt?”
“So recht viele nicht. Drunter ist aber ein dicker Fisch.”
“Dann stellen wir vielleicht nur den erstmal auf. Und was ist mit den Garantien
und dem Rückgaberecht?”
“Das ist schon fertig. Wir bieten auch die Seminarunterlagen für ein Onlinerecht-Seminar
an ...”
Dies entspannte den Architekten deutlich, so dass er sich im Büro umschauen konnte:
“Ist das nicht Ms Stylie auf dem Foto?” ungefragt greift er nach dem Foto auf dem
Schreibtisch.
“Ist ein recht schönes Gesicht. Gesicht ... jetzt habe ich's! Wir könnten noch ein
Live-Chat-System zur Point-of-Sales Unterstützung sowie ein Video-Streaming einbauen.
Da kann man sich die Produktvorstellung auch anhören. Und zwar jeder, der auf der
Webseite gerade ist.”
“Und was mache ich dann?”
“Sie kümmern Sich dann darum, dass Ihre Kunden zu Ihren
Stammkunden
werden.”
“Sie sehen immer so toll voraus!” - begeistert sich Unternehmer Fleiß.
“Deswegen nennt man mich Strategie-Architekt.” - konstantiert Architekt und führt
fort:
“Denken Sie bitte an Abos, Rabattmarken und den After-Sales-Service! Ganz besonders
an das Letzte: Kunden können hier ganz mißtraurisch werden, wenn sie das Gefühl
bekommen, man ist schon fertig mit ihnen. Da kommen alte Einwände wieder hoch.”
Abspann: Wird es wohl weiter gehen? Oder: Über das Geschäftswachstum.
Das Geschäft läuft ausgezeichnet, jedoch etwas macht Unternehmer Fleiß nachdenklich.
“Warum nicht mehr machen?” murmelt er vor sich hin und schaut hoffnungsvoll Architekt
an. Dieser hämmert gerade neue Ideen aus der Wand aus.
“Was wollen Sie jetzt unternehmen?” - fragt Architekt.
“Na ja, das Geschäft läuft ja so gut, da habe ich mir so gedacht, warum nicht mehr
machen. Was meinen Sie?”
“Sie wollen wachsen!” - brüllt Architekt aus “Haben Sie etwa Ms Stylie erzählt,
Sie hätten eine Villa?”
“Und was soll ich jetzt machen?” - Unternehmer Fleiß spannt leicht an, weil bei
seinen kleinen Frechheiten liegt der Architekt immer richtig.
“Wachsen.” - Architekt lacht.
“Und wie mache ich das?” - Die vorherigen Strapazen besannen Unternehmer Fleiß zur
größten Sorgfalt in der Geschäftsplanung ...
Und wie ist Ihre Unternehmensgeschichte? Wer ist Ihr Architekt?
Haben Sie noch weitere Fragen zur Strategieberatung für Ihr Internetgeschäft?
Fragen dazu?
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Auf Wiederhören.
* Hinter allen Namen und Ereignissen stehen keine authentischen Personen oder Sachverhalte.
Das einzig Authentische in der Geschichte stellt das Konzept der Strategie-Beratung
nach olonda-System dar, das als Handlungsrahmen für die Geschichte genutzt wurde.
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